Ordo Virtutum (D)

"Fragmentum - Auf der Suche nach dem verlorenen Klang"

Sonntag, 17. September 2017, 20.00 Uhr

67346 Speyer, Krypta im Dom

In Kooperation mit den
Internationalen Musiktagen
Dom zu Speyer

Ordo Virtutum

Das Ensemble Ordo Virtutum wurde vom Musikwissenschaftler und Mittelalterspezialisten Prof. Dr. Stefan Johannes Morent gegründet. Ziel ist die Verbindung von Interpretation und musikwissenschaftlicher Forschung, um einen Zugang zur musikalischen Welt des mittelalterlichen Europa zu eröffnen. Das Ensemble zählt inzwischen zu den renommiertesten seiner Art. Es betreibt für jedes Projekt umfangreiche eigene Forschungsarbeit und erhielt inzwischen Einladungen zu zahlreichen Festivals in Europa, USA und Australien, bei denen von der Presse »die artistische Meisterschaft in Gesang und Instrumentalspiel« besonders hervorgehoben wurde. 2011 erschien die CD „Notker der Dichter“ („Golden Label“-Preis), 2013 die CD „Hermann der Lahme - Das Wunder des Jahrhunderts“ mit Nominierung für den International Classical Music Award 2013 und Golden Label-Preis 2014.

Anlässlich der gerade erschienenen CD "Fragmentum" wurde das Ensemble von der Kritik als eines "der derzeit besten" gelobt.

"Fragmentum - Auf der Suche nach dem verlorenen Klang;

Als im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt und viele Klöster aufgelöst wurden, waren auch ihre Choralhandschriften dem Untergang geweiht. Die über Jahrhunderte mit höchstem künstlerischen Aufwand hergestellten Codices galten nun als Zeugen einer veralteten Liturgie. Die „papistischen Bücher“, wie man sie jetzt nannte, hatten nur noch materiellen Wert. Das wertvolle Pergament, auf dem die Gesänge notiert waren, konnte als stabiles Einbandmaterial für Akten recycelt werden. So wurden tausende von Choralhandschriften zerschnitten und dienten fortan als ein „Kleid von Noten“ für Buchdeckel und zur Verstärkung von Buchrücken. Jahrhunderte lagerten sie so als Fragmente in verstaubten Archiven.

Ensemble Ordo Virtutum unter der Leitung von Stefan Johannes Morent ist dabei, diese schlafenden Schätze wieder wach zu küssen. Jede Seite, jeder zerschnittene Streifen erzählt dabei seine eigene spannende Geschichte und führt zurück in jene Zeit, als von ihnen ihrer Bestimmung gemäß einst die Liturgie in einem Kloster gesungen wurde.

Das Programm Fragmentum nimmt den Hörer mit auf diese spannende Zeitreise und haucht den über Jahrhunderte verstummten Zeugen nach aufwändiger Rekonstruktionsarbeit zum ersten Mal wieder ihren verlorenen Klang ein.

Eine CD mit Aufnahmen an den originalen Entstehungsorten der Fragmente erschien 2017 in Co-Produktion mit SWR und „Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ als Beitrag zum Reformationsjahr.

SpeyerDer Dom zu Speyer ist nicht nur eines der monumentalsten Zeugnisse des mittelalterlichen r√∂misch-deutschen Kaisertums, sondern auch der bedeutendste Beitrag Deutschlands zur abendl√§ndischen Baukunst der Romanik. Der fr√ľhesten Bau phase des Domes entstammt die Krypta, eine der gr√∂√üten des Abendlandes, sie ist bis heute unver√§ndert erhalten geblieben. Der zentrale Teil wurde im Jahre 1041 geweiht. Die Gew√∂lbe sind mit sieben Metern f√ľr eine Krypta ungew√∂hnlich hoch. Als Haus- und Grabeskirche der salischen Kaiser diente sie der Grablege von acht deutschen Kaisern und K√∂nigen, vier K√∂niginnen und einer Reihe von Bisch√∂fen.